Freitag, 17. März 2017

NZZ-Mediengruppe steigert Gewinn

Die NZZ-Mediengruppe setzt ihre Anfang 2014 verabschiedete Strategie erfolgreich fort. Sie konzentriert sich weiterhin auf ihr publizistisches Kerngeschäft und legt den Fokus in allen drei Geschäftsbereichen auf qualitativ hochwertige Inhalte. So gelingt es ihr erneut, den Gewinn zu steigern: Das Betriebsergebnis (EBIT) verbesserte sie um 27% auf 27,4 Mio. CHF. Das Gruppenergebnis fiel mit 23,8 Mio. CHF um 7% höher aus als im Vorjahr.

Infolge der Strategie mit Fokus auf Publizistik verschiebt sich der Umsatz der NZZ-Mediengruppe kontinuierlich weg von den strukturell rückläufigen Bereichen Print-Werbung und Druck, hin zu Einnahmen aus dem Lesermarkt und neuen Geschäftsfeldern. Bei den digitalen Werbemarkterträgen wirkten sich vor allem neue Angebote sowie die Gründung der Werbevermarktungsgesellschaft Audienzz positiv aus, sodass die Einnahmen um 4% stiegen. Diese Entwicklung vermochte den um 11% rückläufigen Print-Werbemarkt nicht zu kompensieren. Gemäss Umsatzstatistik der Schweizer Presse entwickelte er sich damit besser als der vergleichbare Werbeumsatz der Schweizer Tages- und Sonntagspresse, der um 13% sank. Insgesamt belief sich der Werbemarktertrag auf 176,3 Mio. CHF. Im Lesermarkt stabilisiert die Gruppe die Erträge entgegen dem Markttrend und erwirtschaftete 155,9 Mio. CHF. Der gegenüber Vorjahr leichte Rückgang um 2% ist insbesondere auf die Zusammenführung dreier Zeitungen in der Ostschweiz und den Wegfall von Zeitschriftenobjekten zurückzuführen. Hauptsächlich wegen des Verkaufs der Appenzeller Druckerei und der Schliessung des Druckzentrums Schlieren 2015 ging der Druckertrag um 15% auf 37,3 Mio. CHF zurück. Die übrigen Erträge stiegen um 16% auf 73,2 Mio. CHF. Dies vor allem dank der neuen Tochtergesellschaften Bindexis und Zurich Film Festival sowie der seit Mitte 2015 berücksichtigten Architonic. Insgesamt erzielte die NZZ-Mediengruppe im Geschäftsjahr 2016 einen betrieblichen Gesamtertrag von 442,7 Mio. CHF gegenüber 456,4 Mio. CHF im Vorjahr.

Trotz neuer Beteiligungen konnte die Gruppe den betrieblichen Gesamtaufwand gegenüber der Vorjahresperiode um 5% auf 415,2 Mio. CHF senken, dies durch tiefere Kosten aus dem Druckbereich und dank verschiedener gruppenweiter Optimierungsmassnahmen. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug in der Berichtsperiode 27,4 Mio. CHF und verbesserte sich damit gegenüber Vorjahr um 5,9 Mio. CHF oder 27%. Die EBIT-Marge erhöhte sich von 4,7% im Vorjahr auf 6,2%. Auch das Gruppenergebnis konnte von 22,2 Mio. CHF auf 23,8 Mio. CHF gesteigert werden.

«Wir verbessern bestehende Angebote und lancieren neue, wir treiben das Wachstum bei den Business Medien unter anderem durch Akquisitionen und senken Kosten da, wo es den Kundennutzen nicht beeinträchtigt. So gelingt es uns erneut, unser Ergebnis zu verbessern», kommentiert Veit Dengler, CEO der NZZ-Mediengruppe, den Jahresabschluss.

Der durchschnittliche Personalbestand nahm im Berichtsjahr um 4 auf 1650 Vollzeitstellen ab. Das Eigenkapital inklusive Minderheitsanteile ging wegen Goodwill-Verrechnungen aus Akquisitionen und Dividendenausschüttungen um 12,9 Mio. CHF auf 280,3 Mio. CHF zurück. Der Eigenfinanzierungsgrad bleibt mit 65,7% auf einem hohen Niveau. Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung eine gegenüber Vorjahr unveränderte Dividende von 200 CHF pro Aktie.

Segmentinformationen

NZZ Medien
Der Umsatz des Geschäftsbereichs NZZ Medien nahm im Berichtsjahr um 11,8 Mio. CHF auf
164,5 Mio. CHF ab. Dieser Rückgang ist auf die Entwicklung im Print-Werbemarkt und zudem auf die Schliessung des Druckzentrums Schlieren zurückzuführen. Die Anzahl der zahlenden Kunden stieg dagegen und die Lesermarkteinnahmen entwickelten sich stabil. Dank der Variabilisierung der Druckkosten sowie weiterer Einsparungen etwa durch Optimierungen beim Einkauf konnten die NZZ Medien den Umsatzrückgang überkompensieren und wieder Gewinne erzielen. Sie steigerten das Betriebsergebnis (EBIT) deutlich um 9,3 Mio. CHF auf 6,8 Mio. CHF.

Regionalmedien
Bei den Regionalmedien führte im Berichtsjahr vor allem der strukturell rückläufige Print-Werbemarkt zu einem Umsatzrückgang um 7,2 Mio. CHF auf 239,6 Mio. CHF. Die Lesermarkteinnahmen gingen im Wesentlichen aufgrund der Zusammenführung dreier Zeitungen zurück. Auch die im Vorjahr veräusserte Appenzeller Druckerei trug zu tieferen Einnahmen bei. Hingegen konnte der Umsatz aus dem Veranstaltungsgeschäft der Reichweitenmedien gesteigert werden. Die Kosten konnten die Regionalmedien dank verstärkter Zusammenarbeit und verschiedenen Optimierungen senken und mit 16,7 Mio. CHF ein um 1,1 Mio. CHF besseres Betriebsergebnis als im Vorjahr erwirtschaften.

Business Medien
Der Umsatz des Geschäftsbereichs Business Medien konnte im Berichtsjahr erneut um 9,1 Mio. CHF auf 49,9 Mio. CHF gesteigert werden. Das Umsatzwachstum ist hauptsächlich auf Akquisitionen in den Bereichen Veranstaltungen und Informationsdienste zurückzuführen. Um das Wachstum im noch jungen Geschäftsbereich zu stützen, wurden Investitionen getätigt und Organisationsanpassungen vorgenommen, was zu einem um 4,5 Mio. CHF tieferen Betriebsergebnis (EBIT) von 3,9 Mio. CHF führte.

Wechsel im Verwaltungsrat

An der kommenden Generalversammlung vom 22. April 2017 läuft die ordentliche Amtszeit von Isabelle Welton ab. Isabelle Welton gehört dem Gremium seit 2013 an. Sie stellt sich zur Wiederwahl und wird vom Verwaltungsrat für eine weitere vierjährige Amtszeit vorgeschlagen. Joachim Schoss hat sich aus persönlichen Gründen entschieden, aus dem Verwaltungsrat zurückzutreten. Der Verwaltungsrat bedauert dies sehr, respektiert diesen Entscheid aber selbstverständlich. Joachim Schoss hat als Unternehmer und Experte im Bereich digitaler Medien viel Fachwissen und Erfahrung in den Verwaltungsrat eingebracht. Der Verwaltungsrat dankt ihm herzlich für seinen engagierten Einsatz.

Als Nachfolgerin schlägt der Verwaltungsrat der Generalversammlung Prof. Lucy Küng vor. Lucy Küng (1959) ist Professorin für Medieninnovationen an der Universität Oslo und Google Digital News Senior Research Fellow am Reuters Institute for the Study of Journalism der Universität Oxford. Ihr Forschungsgebiet liegt in der Strategie- und Organisationsentwicklung mit dem Schwerpunkt Innovation von Geschäftsmodellen. Sie verfügt über fundierte Erfahrungen in der Medienindustrie, besonders im Zusammenhang mit der digitalen Transformation. Geboren in London und seit 1992 wohnhaft in der Schweiz, promovierte und habilitierte Lucy Küng an der betriebswirtschaftlichen Abteilung der Universität St. Gallen. Sie ist Mitglied des publizistischen Beirats der NZZ-Mediengruppe und seit 2008 Verwaltungsrätin der SRG SSR. Für den Fall einer Wahl würde sie aus dem SRG-Verwaltungsrat zurücktreten.

Weitere Informationen:

Myriam Käser, Leiterin Unternehmenskommunikation
+41 44 258 17 70, myriam.kaeser@nzz.ch